Wenn es immer öfter klingelt: der Handyboom im Kinderzimmer

Kinder mögen sie, Teenies kommen ohne sie nicht mehr aus: Handys sind aus dem Alltag von Familien nicht mehr wegzudenken. Die Vorteile mobiler Kommunikation liegen dabei auf der Hand. Aber der Gebrauch von Handys hat gerade für Kids seine Tücken: Kostenfallen wie Chats belasten die Haushaltsbudgets. Und Risiken wie pornographische Inhalte machen einen bewussten Umgang mit dem Handy notwendig.

Kids stehen auf mobil

Mobil telefonieren ist inzwischen das Normalste von der Welt – kein Wunder bei über 100 Millionen Handys bzw. Mobilfunkanschlüssen in Deutschland. Auch bei Kindern und Jugendlichen ist das Handy inzwischen ein fester Bestandteil des Lebens. Und der Altersdurchschnitt der Nutzer sinkt immer weiter. Bereits die Hälfte der 6-13jährigen besitzt ihr eigenes Mobiltelefon. Kaum ein Teenager will heute noch darauf verzichten – in einer britischen Studie glauben bei den 11-17jährigen sogar 70 %, dass das eigene Handy ihr Leben verbessert hat. (The Mobile Life Youth Report 2006).

Auf Kostenfallen achten

Nur mal schnell die beste Freundin anrufen oder ein par SMS verschicken? Prinzipiell ist daran nichts falsch, solange die schöne mobile Welt nicht zur finanziellen Belastung für die ganze Familie wird. Aber das kann passieren: Vor allem wenn noch das Herunterladen von Klingeltönen und Spielen, das Surfen im Internet oder die Teilnahme an Abstimmungen hinzukommen. Ein aktuelles Beispiel ist da sicher „Deutschland sucht den Superstar“, wo die meist jugendlichen Zuschauer über ihre Favoriten telefonisch abstimmen können. Das geht ins Geld und kann den Familienfrieden gefährden.

Handykompetenz trainieren

Wie kann man die Handybegeisterung seiner Kinder in einem vernünftigen und bezahlbaren Rahmen halten? Eine gute Möglichkeit ist, die Kids über das Taschengeld an den Kosten zu beteiligen. Und mit Prepaidkarten kann eine Kostenexplosion vermieden werden. Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem Kind vereinbaren, dass es zu Hause das günstigere Festnetz nutzt, um Freunde anzurufen. Und wenn die Freunde im Urlaub im Ausland sind, ist es im Sinne des Geldbeutels viel sinnvoller, E-Mails zu schreiben anstatt weltweit per Handy zu telefonieren.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über folgende Kostenfallen:

  • „Ping“-Anrufe: Darunter versteht man Anrufe, bei denen es nur einmal klingelt, eine unbekannte Nummer auf dem Display erscheint und ein Rückruf sehr teuer werden kann.
  • Kontaktversuche von Unbekannten: Oft werden Kinder von Chatrobotern oder Call Agents animiert, an kostenpflichtigen Chats teilzunehmen.
  • Das Herunterladen von kostenpflichtigen Klingeltönen, Bildern oder Spielen: Leider ist meist erst im Kleingedruckten zu erkennen, dass es sich hier um ein teures Langzeit-Abo handelt
  • Und wenn das Handy mal verloren geht? Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es bei einem bestehenden Handyvertrag ganz wichtig ist, die SIM-Karte sofort beim Anbieter sperren zu lassen.

Kinder für Gefahren sensibilisieren

Aber Handys sind nicht nur cool und machen Spaß. Die Gefahren, die die zahlreichen Handyfunktionen beinhalten, sind jedoch vielen jungen Nutzern nicht bewusst. Daher ist es wichtig, sie für die Risiken zu sensibilisieren. Meist wird über die Handys ja nur harmloser Klatsch und Tratsch verbreitet, aber auch Gewaltvideos oder diskriminierende Inhalte machen die Runde.

Keine Chance für Gewaltvideos

Erklären Sie Ihren Kindern, dass die Verbreitung von Gewaltvideos eine Straftat ist und dass Kinder ab 14 Jahren dafür belangt werden können. Bitten Sie Ihr Kind, solche Filme auf dem eigenen Handy zu löschen. Eventuell sind die Opfer in den Gewaltvideos Personen (z.B. Mitschüler), die Ihr Kind kennt. Informieren Sie in einem solchen Fall die Schule bzw. die Polizei. Wenden Sie sich auch an die Lehrer, wenn Ihr Kind selbst Opfer von Belästigungen wurde.

Zugang sperren lassen

Viele Handys bieten den Zugang zu so genannten WAP-Portalen der Mobilfunkanbieter oder direkt ins Internet. Dadurch können Ihre Kinder leicht auf Seiten mit Sex- oder Gewaltdarstellungen gelangen. Versuchen Sie, bei Ihrem Mobilfunkanbieter auf dem WAP-Portal die Sperre von Inhalten ab 16 Jahren zu erreichen. Lassen Sie zusätzlich Premium-SMS und Mehrwertnummern sperren, die häufig als Bezahlmöglichkeit für Sex-Angebote dienen. Aber das Wichtigste ist, sprechen Sie immer wieder mit Ihren Kindern über die Risiken, die beim Mobiltelefonieren auftreten können.