Heiße Schokolade belebt Geist und Sinne

Heisse Schokolade

Eine heiße Schokolade kann genau das Richtige sein, wenn man nach einem langen, stressigen Tag nach Hause kommt oder um sich an einem kalten und grauen Herbsttag aufzuwärmen.

Wer sich an einem kalten und anstrengenden Tag einen Moment der Ruhe und eine Tasse heiße Schokolade gönnt, kann bereits nach dem ersten Schluck von dem heißen Getränk spüren, wie er von neuen Lebensgeistern erfüllt wird. Und das hat gute Gründe.

Schokolade enthält Phenylethylamin. Dieser Stoff spielt in unserem Körper eine wichtige Rolle als Neurotransmitter bzw. Botenstoff. Er kann für Glücksgefühle sorgen und das seelische Wohlbefinden steigern. Außerdem regt er die Produktion von Serotonin an, unser körpereigenes Glückshormon. Das ist der Grund dafür, dass man mit Schokoladengenuss trübe Stimmung verjagen kann.

Genuss mit Tradition

Historiker haben entdeckt, dass bereits die Olmeken in Mittelamerika die Frucht der Kakaopflanze zubereitet haben. Hier kommt auch der Name „Kakao“ her. Auch die alten Mayas zu Beginn des 4. Jahrhunderts kannten das Getränk bereits. Sie mischten bestimmte Gewürze, wie zum Beispiel Chili hinein. 800 Jahre später betrieben die Azteken Handel mit diesem wertvollen Nahrungsmittel. Die spanischen Konquistadoren schließlich brachten den Kakao nach Europa. Am Anfang konnten die Europäer übrigens mit den Kakaobohnen nicht viel anfangen, weil sie den bitteren Geschmack nicht mochten. Stattdessen nutzten sie sie als Währung. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts verbreitete sich die Schokolade langsam an den königlichen und fürstlichen Höfen in Europa. 1656 stand das Getränk das erste Mal in einem öffentlichen Kaffeehaus in Oxford auf der Karte – nicht, wie bisher üblich, mit Wasser, sondern mit Milch zubereitet. In Deutschland wurde Schokolade zunächst eher als Medizin eingesetzt. Aufgrund des hohen Preises war sie als Genussmittel nur der Gesellschaftsschicht der oberen 10.000 zugänglich.

Bestellt man im Ausland heiße Schokolade, stellt man fest, dass sie in den unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedlich zubereitet wird. In Mexiko zum Beispiel finden noch immer die alten Rezepte der Mayas und Azteken Anwendung. Die Spanier trinken heiße Schokolade als ein dunkelbraunes, besonders dickflüssiges Getränk, das sehr gerne zu „Churros“, den spanischen Krapfen, getrunken wird. Die Italiener verwenden besonders viel Bitterschokolade. Nach Wiener Art wird die Schokolade mit Eigelb legiert und mit einer Sahnehaube serviert. In Frankreich wird die heiße Schokolade schaumig aufgeschlagen. Die Briten lieben Milchschokolade – dementsprechend werden auch für die heiße Schokolade eher süße Schokoladen verwendet. Die sogenannte „Russische Schokolade“ mit Wodka oder Rum kommt übrigens nicht aus Russland. Es handelt sich um eine rein deutsche Variante der Schokoladenverarbeitung.

Rezept: heiße Schokolade

Raspeln Sie zunächst einen Riegel Zartbitterschokolade oder brechen Sie ihn in möglichst kleine Stücke. Bringen Sie dann in einem Topf 200 ml Milch unter Rühren zum Kochen und geben Sie einen Teelöffel Zucker hinzu. Wenn die Milch kocht, können Sie den Topf vom Herd nehmen. Fügen Sie jetzt unter ständigem Rühren die zerkleinerte Zartbitterschokolade hinzu. Es schadet nicht, wenn die Milch dabei etwas schaumig wird. Geben Sie nun, je nach Geschmack, frischen Ingwer, den Teil einer Zimtstange oder etwas Vanillemark hinzu und erhitzen Sie die Zutaten mit der Schokolade. Rühren Sie zum Schluss den Abrieb einer Orange unter.

Tipp: Die hier angegebenen Mengen lassen sich je nach Geschmack variieren. Nehmen Sie beispielsweise zu Beginn etwas weniger Zucker und süßen Sie gegebenenfalls noch nach. Wenn es ganz schnell und unkompliziert gehen soll, können Sie alternativ auch gutes Kakaopulver verwenden und dieses mit Gewürzen nach Ihrem Geschmack verfeinern.

Genuss in Maßen

Vergessen Sie beim Genuss des süßen Getränks nicht, dass Schokolade neben ihrer positiven Wirkung vor allem auch viele Kalorien hat. Gönnen Sie sich heiße Schokolade daher nur in Maßen – und genießen Sie sie dann umso mehr.