Wie finde ich die richtige Tagesmutter für mein Kind?

Baby und Beruf – das ist nicht immer einfach zu managen. Eine gute Zeiteinteilung und eine geeignete Betreuung für Ihr Kind sind Voraussetzungen, damit es klappt. Doch was tun, wenn die Oma keine Zeit hat und kein Krippenplatz in Sicht ist? Dann ist es an der Zeit, sich eine gute Tagesmutter oder einen Tagesvater zu suchen.

Wenn beide Elternteile berufstätig sind und das Kind noch keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz hat, dann ist die Beschäftigung einer Betreuungsperson für das Kind eine notwendige und sinnvolle Maßnahme. Aber den eigenen Nachwuchs in fremde Hände zu geben, kann durchaus mulmige Gefühle auslösen.

Bereiten Sie sich vor und beachten Sie einige Dinge, dann gelingt die Suche viel leichter. Nehmen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung für eine bestimmte Tagesmutter. Und machen Sie sich klar, dass die Betreuung ein Gewinn für Ihr Kind und auch für Sie sein kann. Zum einen bekommt Ihr Kind bei der Tagesmutter eine persönliche Betreuung und im Idealfall wird sie zu einer wichtigen Bezugsperson. Zum anderen können Sie entspannt zur Arbeit gehen, wenn Sie wissen, dass Ihr Kind gut umsorgt wird, mit anderen Kindern zusammen ist und sich wohl fühlt.

Es gibt drei Formen der Kindertagespflege: Betreuung in Ihrem Haushalt, im Haushalt der Tagesmutter oder in einer Tagespflegestelle. Überlegen Sie sich, was Sie wollen. Soll Ihr Kind in seinem Zuhause betreut werden? Möchten Sie eine Tagesmutter, bei der ihr Kind in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern den Tag verbringt? Oder ist es Ihnen lieber, dass Ihr Kind ähnlich wie in einer Kinderkrippe in einer größeren Gruppe von mehreren Tageseltern betreut wird?

Kinderbetreuung im eigenen Haushalt

Die Tagesmutter oder der Tagesvater kommt in Ihren Haushalt, kümmert sich dort individuell um Ihr Kind und kann gezielt auf seine Bedürfnisse eingehen. Der größte Vorteil dieser Betreuungssituation liegt darin, dass sich Ihr Kind in vertrauten Räumlichkeiten aufhalten kann. Zudem sparen Sie sich lange Anfahrtswege zum Wohnort der Betreuungsperson. Oftmals wird diese Form der Kinderbetreuung als Minijob ausgeübt. Der Verdienst kann bis zu 400 Euro betragen, und statt Steuern und Sozialabgaben entrichten Sie als Arbeitgeber eine Pauschale von zwölf Prozent.

Kinderbetreuung im Haushalt der Tagesmutter

Das Jugendamt vermittelt Tagesmütter, die im eigenen Haushalt betreuen. Ihre Eignung wird vom Jugendamt überprüft und eine Pflegeerlaubnis nur dann erteilt, wenn die Voraussetzungen stimmen: Pädagogische Kompetenz, regelmäßige Fortbildungen und ein Erste-Hilfe-Kurs für Kinder sind Pflicht für professionelle Kinderbetreuer. Zudem wird auch kontrolliert, ob der Haushalt für die Kinderbetreuung geeignet ist, also ausreichend Platz zum Spielen bietet sowie hygienisch und kindgerecht eingerichtet ist. Lassen Sie sich die Pflegeerlaubnis in jedem Fall zeigen.

Eine Tagesmutter, zu der Sie Ihre Kinder hinbringen, betreut in der Regel zwischen zwei und fünf Kinder. Der Vorteil: Ihr Sprössling ist umgeben von Spielkameraden, was spielerisch den sozialen Umgang mit anderen fördert. Zudem befindet er sich in einer familiären Atmosphäre.

Es können aber auch Konflikte entstehen. Problematisch kann es werden, wenn die Kindern nicht im gleichen Alter sind. Denn die Interessen von Altersgruppe zu Altersgruppe unterscheiden sich in der Regel sehr. Um zu sehen, ob es klappt, vereinbaren Sie einfach ein paar Probespieltage mit der neuen Tagesmutter.

Kinderbetreuung in einer Tagespflegestelle

Diese organisierte Form der Kindertagespflege wird oft von mehreren Tageseltern gemeinsam geleitet. In angemieteten Räumlichkeiten werden mehrere Kinder betreut, allerdings muss bei über acht Kindern eine pädagogische Fachkraft anwesend sein. Diese Form der Kinderbetreuung ähnelt jener in einer Kindertagesstätte. Auch hier können sich die Betreuer im Krankheitsfall vertreten, die Betreuung Ihres Kindes ist also im Regelfall gewährleistet.

Was gibt es bei der Wahl der Tagesmutter zu beachten?

1. Die Prinzipien der Erziehung

Erkundigen Sie sich bei der Tagesmutter nach ihrem Erziehungskonzept, um zu erfahren, wie sie die Kinderbetreuung gestaltet. So finden Sie heraus, ob ihre Arbeitsweise mit Ihren Vorstellungen von Kindererziehung und -betreuung übereinstimmt. Was Sie fragen sollten:
Wie sieht der Tagesablauf aus? Wichtig ist ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten fürs Essen, Schlafen, Spielen.

Welche Aktivitäten sind vorgesehen? Am besten ein Mal am Tag nach draußen gehen, z.B. zum Spielplatz oder einen Spaziergang machen. So kommt Ihr Kind täglich an die frische Luft.

Was isst mein Kind zu Mittag? Vitaminreich, frisch gekocht und zuckerarm sollte die Ernährung sein.

Was ist mit Verboten bei Dingen wie Fernsehen oder Süßigkeiten? Wenn Sie Wert darauf legen, dass Ihr Kind nicht fernsieht oder Süßes isst, dann sollte die Tagesmutter das respektieren und umsetzen.

2. Die Kosten

Eine gute Tagesmutter darf pro Kind etwa drei bis fünf Euro in der Stunde kosten. Hier kommen allerdings in den meisten Fällen die Ausgaben für Verpflegung und falls nötig spezielle Medikamente hinzu. In jedem Fall können Sie den genauen Preis aber persönlich mit der Tagesmutter Ihrer Wahl verhandeln. Falls Sie beispielsweise mehrere

Geschwisterkinder bei der gleichen Tagesmutter unterbringen, sollten Sie einen neuen Gesamtpreis vereinbaren. Je nach Qualifikation der Tagesmutter, kann der Standardpreis natürlich nach oben variieren. Es hängt ganz von Ihnen selbst ab, was Sie zu zahlen bereit sind. Ein Stundenlohn, der acht Euro übersteigt, ist allerdings unverhältnismäßig.

3. Die Qualifikation

Bevor Sie sich für eine Tagesmutter entscheiden, sollten Sie Ihre Qualifikationen prüfen. Lassen Sie sich Belege über absolvierte Kurse oder Fortbildungen zeigen, sowie die Pflegeerlaubnis des Jugendamtes. Tagesmütter, die an Träger wie das Jugendamt gebunden sind, können meist besonders gute Qualifikationen aufweisen. Deshalb sollte das Amt auch die erste Anlaufstelle bei der Suche nach der richtigen Aufsichtsperson für Ihren Nachwuchs sein. Dieses besitzt eine umfangreiche Datenbank und vermittelt zuverlässige Tagesmütter. Falls Sie dennoch nicht fündig werden, können auch Internetdatenbanken oder Kleinanzeigen weiterhelfen. Hier sollten Sie allerdings ganz genau prüfen, um wen es sich bei der Tagesmutter handelt. Eine entsprechende Ausbildung ist Pflicht.

4. Der erste Eindruck

Verschaffen Sie sich beim ersten Besuch der Tagesmutter einen Überblick über die Räumlichkeiten. Haben die Kleinen genügend Platz zum Spielen? Gibt es einen Garten oder einen Spielplatz in der Nähe? Wenn die Umgebung einen aufgeräumten Eindruck macht, eine kindgerechte Einrichtung  und viele Spielsachen vorhanden sind, spricht das auf jeden Fall für die Qualität der Tagesmutter.

5. Der Sympathie-Faktor

Ihr Kind mag die neue Tagesmutter nicht besonders? Nicht zu früh die Flinte ins Korn werfen. Manchmal dauert es eine Weile, bis sich der Nachwuchs an die neue Bezugsperson gewöhnt hat. Geben Sie Ihrem Kind die Zeit dazu, etwa zwei bis vier Wochen. Bei Babys unter neun Monaten geht das oft einfacher als bei älteren Kindern, die schon zwischen vertrauten und fremden Menschen unterscheiden können. Wenn Ihr Kind die Tagesmutter aber tatsächlich nicht leiden kann und auch nach mehreren Versuchen ablehnt, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als eine neue Betreuerin oder einen Betreuer zu suchen.