Kuscheltier: Liebhaben und lernen

Ein Kuscheltier ist für Kinder mehr als ein Spielzeug. Für die Kleinen sind die weichen Plüschtiere Seelenverwandte. Die kuscheligen Spielkameraden trösten die Kleinen, wenn sie Kummer haben. Sie sind enge Vertraute und echte Freunde an guten wie an schlechten Tagen. Plüschtiere geben den Kleinen Sicherheit und vermitteln Beständigkeit. Die Kinder fühlen sich bei ihrem kuscheligen Spielgefährten rundum geborgen. Nahezu jedes Kind hat ein ganz besonderes Kuscheltier. Manche der plüschigen Beschützer genießen den Sonderstatus für einen begrenzten Zeitraum. Und manche kuschelige Freundschaft hält ein ganzes Leben. Zu einem Kuscheltier bauen die Kleinen die erste, frei gewählte soziale Beziehung auf. Die Kuscheltier-Kind-Beziehung ist für die persönliche Entwicklung der Kleinen sehr förderlich, so regen die kuscheligen Begleiter zum Beispiel die Fantasie der Kinder an. Ein Plüschtier ist der perfekte Partner für Rollenspiele. Die meisten Kinder geben ihren weichen Begleitern einen Namen.

Immerhin handelt es sich bei einem Kuscheltier für ein Kind um eine kleine, jederzeit gut gelaunte Persönlichkeit. Sie müssen Aufgaben übernehmen und bekommen schon mal Ärger, wenn sie Blödsinn machen. So viele Vorzüge ein Kuscheltier auch hat – ein Problem gibt es allerdings schon: Ein Kuscheltier kommt meist selten allein. Es gibt keine Faustregel, wie viele Plüschtiere sich im Kinderzimmer tummeln sollten. Wenn jedoch die Farbe des Zimmerbodens vor lauter Kuscheltieren nicht mehr erkennen können, ist es wohl Zeit zum Handeln. Kleinkinder und Babys sollten nicht mehr als zwei Kuscheltiere besitzen, auch wenn es ein beliebtes Geschenk bei Familie und Freunden ist. Zu viele Kuscheltiere im Kinderbett stellen jedoch ein Gesundheitsrisiko dar. Auch wenn ein Baby maximal zwei altersgemäße Kuscheltiere besitzen sollte, ist die Qualität der Plüschfreunde sehr wichtig. Bei Babys eignen sich besonders Spielkameraden aus Frotteestoff, da sie darauf sehr gern herumkauen. Außerdem lassen sich diese Kuscheltiere viel besser reinigen. Neben der Hülle ist auch die Füllung der Plüschtiere von Bedeutung.

Eltern sollten vom Kauf mit Styroporkügelchen gefüllter Kuscheltiere absehen. Sie könnten bei defekten Nähten oder „durchgeschmusten“ Stellen herausrieseln. Ein kindgerechtes Kuscheltier hat dann die richtige Größe, wenn es die Kleinen unter dem Arm mit sich herumtragen können. Bevor ein Kuscheltier ins Kinderzimmer einzieht, empfiehlt es sich, den potentiellen neuen Spielgefährten bereits im Spielzeugladen auf Herz und Nieren zu untersuchen. Mama und auch Papa sollten kräftig an den Gliedmaßen des Kuscheltieres ziehen. Lockern sich Nähte oder lösen sich gar die Teile, dann ist es ratsam, das Kuscheltier im Spielzeugladen zu lassen. Vorsicht ist auch dann geboten, wenn ein Plüschtier streng nach Chemie riecht. Weitere Sicherheit geben GS-Zeichen, ein TÜV-Siegel oder Toyproof. Diese Gütesiegel geben Auskunft, ob die Spielzeughersteller die speziellen Richtlinien einhalten. Außerdem sind diese Kuscheltiere von unabhängigen Prüfern auf Haltbarkeit und Schadstoffbelastung getestet worden.

Badetag für Kuscheltiere

Wahre Kinderliebe geht an einem Kuscheltier nicht spurlos vorbei. Da wundert es nicht, dass Mama den plüschigen Gesellen im Abstand von mehreren Monaten einen Badetag verordnet. Ein Ritual, dass viele Kinder nur missmutig dulden. Das liegt daran, dass die Kleinen den Eigengeruch ihrer Kuscheltiere lieben. Aus diesem Grund sollten Eltern die Kinder am Badetag teilhaben lassen. Gemeinsam finden Groß und Klein einen akzeptablen Weg für beide Seiten. Damit nichts schief geht, geben die Wäschezeichen an den Kuscheltieren Informationen über die richtige Reinigung. Falls keine Waschhinweise zu finden sind, sollten Mama und Papa in einer Reinigung um Rat fragen. Bei der Reinigung per Hand verwenden Eltern warmes Wasser und etwas Shampoo. Anschließend sollte das Kuscheltier gut ausgewaschen werden. In der Waschmaschine empfiehlt es sich, den Schonwaschgang zu wählen. Die Hülle eines Kopfkissens bietet zusätzlichen Schutz. Auf ausgiebiges Schleudern sollte verzichtet werden. Auf einem Handtuch und gelegentlich umgedreht trocknen die plüschigen Freunde am besten. Direkte Sonnenstrahlen oder ein molliger Platz auf der Heizung ist nicht ratsam. Doch was tun, wenn das Lieblingskuscheltier unter Läusebefall leidet? Dann leistet eine Plastiktüte gute Dienste. Kuscheltier rein und fest verschließen. Sechs Stunden im Gefrierfach befreien das Kuscheltier von den unangenehmen Tierchen. Bei Milben wird es schon schwieriger. Vorbeugend sollten Eltern die Kuschelgefährten jedes halbe Jahr mit Niembaumöl behandeln, da sich die robusten Schädlinge von Kälte nicht beeindrucken lassen.

Verloren – verlegt – verschwunden: Was tun wenn das Kuscheltier weg ist?

Wenn das Kuscheltier verloren geht, ist die Trauer groß. Eine Möglichkeit, mit dieser Situation umzugehen, ist die Anschaffung eines zweiten, gleichen Plüschtiers. Meistens erkennen die Kleinen jedoch ihr Lieblingskuscheltier am typischen Geruch. In manchen Fällen kann in diesem Fall eine kleine, fantasievoll erzählte Geschichte zur Akzeptanz der plüschigen Zweitausgabe helfen. Oft lässt sich das geliebte Plüschtier nicht so einfach ersetzen. Viele der Kuschelfreunde sind Geschenke, stammen noch aus der Babyzeit oder waren ein Mitbringsel von Oma und Opa aus dem Urlaub. Verschwindet der beliebte Spielkamerad, muss das Kind den wohl ersten wirklichen Verlust verkraften. Eltern sollten die Gefühle ihres Kindes in dieser Situation keinesfalls belächeln. Sie sollten für ihr Kind da sein und viel kuscheln. Ist das Kind schon im Schulalter, stellt sich die Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um den Nachwuchs kuscheltierunabhängig zu machen? Die Antwort: Das erledigt sich in den meisten Fällen ganz von allein.