Mittelohrentzündung: fast jedes Kind ist betroffen

Allergien bei Kindern – Auslöser und Vermeidungsstrategien

Waren Allergien bei Kindern in der Vergangenheit oft nur das Problem einer kleinen Minderheit, so hat sich dies mittlerweile deutlich gewandelt. Die Anzahl der Kinder mit Allergien ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Allergien bei Kindern haben viele verschiedene Ursachen. Nicht immer können Eltern ihre Kinder vor einer Allergie schützen, denn Allergien bei Kindern haben auch genetische Ursachen. Sind beispielsweise beide Eltern starke Allergiker, so liegt die Wahrscheinlichkeit einer Allergie beim Kind schon bei 60 bis 80 Prozent. Sind Mutter und Vater lediglich allergisch, ohne besonders starke Symptome zu zeigen, sind immerhin noch 40 bis 60 Prozent der Kinder betroffen. Zum Vergleich: Zeigt keines der Elternteile allergische Symptome, liegt das Allergierisiko für Kinder bei lediglich 5 bis 15 Prozent. Ist ein Geschwisterkind bereits von einer Allergie betroffen, erhöht sich der Wert wiederum auf 20 bis 40 Prozent. Als häufigste Ursache für Allergien bei Kindern haben Forscher aber nicht die Veranlagung, sondern die veränderten Lebensbedingungen ausgemacht. Das gilt übrigens auch für Allergien bei Erwachsenen.

Übertriebene Hygiene fördert die Bildung von Allergien

Zu diesen veränderten Lebens- und Umweltbedingungen gehört unter anderem die Auffassung von Hygiene. Viele Eltern neigen dazu, beispielsweise zum Waschen der Kinderkleidung Waschmittel mit Hygienespülern zu verwenden oder sie nutzen zum Putzen Haushaltsreiniger, die gleichzeitig desinfizieren. Während dies in bestimmten Situationen sicherlich sinnvoll sein kann, etwa nach einer Magen-Darm-Grippe, ist dieses Vorgehen im Alltag eher schädlich. Übertriebene Hygiene ist einer der Gründe für Allergien bei Kindern. Dies ist einfach erklärt: Je nachhaltiger Hygienemaßnahmen ergriffen werden, desto geringer ist die Chance, mit Bakterien oder Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. In der Folge wird das Immunsystem nicht mehr herausgefordert und trainiert. Das hat vor allem Konsequenzen für das kindliche Immunsystem, das sich ja erst noch entwickeln muss. Oft passiert es dann, dass das Immunsystem seine Abwehrwaffen plötzlich nicht mehr gegen schädliche, sondern gegen völlig harmlose Substanzen wie Tierhaare, Gräser, Pollen oder bestimmte Inhaltsstoffe von Lebensmitteln richtet. Dann liegt eine Allergie liegt vor.

Eine Bestätigung dieser These fanden Wissenschaftler übrigens im Kuhstall. Kinder, die auf einem bewirtschafteten Bauernhof aufwachsen, erkranken zu rund zwei Dritteln seltener an Heuschnupfen als „Stadtkinder“. Der Grund: Die Dorfkinder kommen in den Tierställen oder auf dem Feld bereits sehr früh mit Bakterien in Kontakt, was die Immunabwehr fördert. Auch Neurodermitis und Asthma kommen bei diesen Kindern deutlich weniger vor.

Neben der übertriebenen Hygiene spielt beim Problemfeld Allergien auch die Familiengröße eine Rolle. So sind Einzelkinder in der Regel deutlich anfälliger für Allergien als Kinder mit Geschwistern. Gehen diese Kinder dann auch noch vergleichsweise spät in den Kindergarten, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Allergie weiter. Je öfter Kinder mit anderen Kindern in Kontakt kommen, desto stärker wird das Immunsystem. Ein direkter Vergleich zwischen Kindern aus der Bundesrepublik und Kindern aus der ehemaligen DDR hat diesen Zusammenhang deutlich bestätigt. Bei ostdeutschen Kindern, die wesentlich früher in die Kinderkrippe kamen, waren Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma deutlich seltener ausgeprägt.

Ärzte raten Eltern: gesund essen und raus in die Natur!

Tritt eine Allergie bei Kindern auf, kann man zunächst nur noch die Symptome behandeln. Doch Eltern können bereits vorher einiges tun, um das Allergierisiko zu senken und so Allergien bei Kindern gar nicht erst entstehen zu lassen. Zu diesen Präventivmaßnahmen gehören:

  • Fördern Sie den Kontakt mit anderen Kindern und nehmen Sie Ihr Kind auch dann nicht aus dem Kindergarten, wenn eine eher harmlose Infektion umhergeht. Diese Krankheiten verlaufen meist ohne Folgen, aber der Infekt stärkt das Immunsystem und mindert so das Allergierisiko.
  • Fahren Sie mit Ihren Kindern öfter mal raus in die Natur. Typische Allergien bei Kindern wie beispielsweise Heuschnupfen haben dann kaum eine Chance, sich zu entwickeln.
  • Kochen Sie selber mit frischen Lebensmitteln. Kaufen Sie die Zutaten zusammen mit Ihrem Kind ein. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch gesund und macht stark gegen Lebensmittelallergien.
  • Neben zu viel Hygiene und zu wenig Kontakt mit anderen Kindern hat auch die Ernährung ihren Anteil an Allergien bei Kindern. Besonders die sogenannten schlechten Fette und Geschmacksverstärker, die heute in fast allen Nahrungsmitteln zu finden sind, sind deutliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien bei Kindern. Auch die Kombination ungesunder Ernährung mit einem Mangel an Bewegung kann das Allergierisiko erhöhen.