Quengelnde Kinder – eine Nervenprobe

Quengelnde Kinder stellen die Geduld ihrer Eltern oftmals auf eine harte Probe. Doch wie geht man mit Quengeleien am besten um? Viele Kinder haben sich das Quengeln zur Gewohnheit gemacht. Sie spielen mit den Gefühlen ihrer Eltern, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, ihren Kopf durchzusetzen und ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Oft kündigt sich eine neue „Phase“ schon vorher an. Das Verhalten des Kindes ändert sich, das Gesicht verzieht sich, die Stimme bekommt einen anderen Klang. Und dann geht es los: Schon der Tonfall zerrt an den Nerven. Die Quengeleien scheinen kein Ende zu nehmen. Und wenn man hoffnungsvoll meint, man habe es überstanden, geht es bereits von vorne los – in gesteigerter Intensität. Man kann sich kaum vorstellen, dass noch vor ein paar Minuten alles in Ordnung war. Inzwischen ist die gerade noch gute Laune umgeschlagen in Quengeln, Jammern, Maulen, Nörgeln. Eltern stellt sich jetzt die Frage, was zu tun sei: Verbote aussprechen, schimpfen, trösten, ignorieren oder gar nachgeben? Und was hat Priorität: möglichst schnell Ruhe einkehren zu lassen oder das Ganze bis zum Schluss auszutragen?

Warum quengeln Kinder?

Warum verfallen viele Kinder eigentlich in diesen quengelnden Ton? Ob man es mag oder nicht, auch Quengeln gehört zum Größerwerden dazu. Wenn ein Kind quengelt, hat es etwas auf dem Herzen. Vielleicht einen besonderen Wunsch, der nicht sofort erfüllt wird. Vielleicht drückt sich darin aber auch nur das Unvermögen aus, etwas Bestimmtes auf anderem Wege nicht erreichen zu können. Die meisten Erwachsenen haben mit der Zeit gelernt, mit solchen Gefühlen umzugehen. Bei Kindern führen unbefriedigte Bedürfnisse, die scheinbar nicht aufgeschoben werden können, oft zu körperlichem Unwohlsein und zu Stress. Wenn alles andere nicht hilft, um sich gegenüber den Eltern durchzusetzen, wird halt zum letzten Mittel gegriffen: zur Quengelei. Viele Eltern reagieren mit einem Gefühl der Hilflosigkeit auf das Quengeln und geben schließlich den Wünschen ihres Kindes nach, um den Einkauf oder die Autofahrt in Ruhe fortsetzen zu können oder rechtzeitig zu ihrer Verabredung oder einem Termin zu kommen.

Die wichtigste Regel: Ruhe bewahren

Auch wenn es schwer fällt: Eltern sollten ruhig bleiben, wenn Kinder beginnen, ihnen systematisch auf die Nerven zu gehen. Wenn Sie in einer entsprechenden Situation spüren, dass Sie allmählich die Geduld verlieren und der Ärger in Ihnen hochsteigt, atmen Sie erst einmal tief ein und aus, schließen Sie die Augen und zählen Sie bis 10. Auf diese Weise behalten Sie die Beherrschung und vermeiden lautstarke Überreaktionen, die Sie später bereuen könnten. Stattdessen sollten Sie versuchen, der Quengelei mit Humor und Gelassenheit zu begegnen. Gehen Sie dem Quengeln auf den Grund: worum geht es überhaupt, was will das Kind? Unterdrücken Sie die Quengelei nicht einfach, indem Sie es verbieten, sondern räumen Sie Ihrem Kind die Möglichkeit ein, seiner Frustration Ausdruck zu verleihen. Je extremer sich das Kind bereits in die Situation hineingesteigert hat, desto ruhiger sollten Sie selbst sein. Wählen Sie eine bewusst ruhige Tonlage – selbst wenn Sie das einige Überwindung kostet. So lässt sich in vielen Fällen die Situation auf beiden Seiten beruhigen. Gleichzeitig signalisieren Sie Ihrem Kind, dass seine Quengelei keinen Eindruck auf Sie macht.

Die Situation entspannen

Mit Vorwürfen und Verboten wird die Situation oft genug noch verschlimmert. Stattdessen bietet es sich an, die Situation mit Humor zu entspannen oder vom Thema abzulenken, vielleicht sogar mit kleinen Spielchen, die die Aufmerksamkeit des Kindes auf einen anderen Gegenstand lenkt. Sobald das Kind lachen muss oder mitspielt, ist die Situation meistens erfolgreich überwunden.

Klare Ansagen machen

Nur noch fünf Minuten lang fernsehen? Nur diese eine Süßigkeit? Machen Sie eine klare Ansage. Erklären Sie, warum Ihnen das Quengeln nicht gefällt. Geben Sie dem Kind zu verstehen, dass Sie seine Wünsche verstehen, dass es aber mit seiner Quengelei überhaupt nichts erreichen wird. Und sagen Sie mit einfachen Worten, was Sie sich von Ihrem Kind wünschen: „Hör jetzt auf mit der Quengelei. Ich mag das nicht.“ Geben Sie klare Anweisungen, statt zu drohen, Fragen zu stellen oder das Kind vor mögliche Alternativen zu stellen. Solange das Kind mit Quengeln sein Ziel erreicht, wird es auch weitermachen. Kein Wunder: das Quengeln erweist sich ja als Mittel des Erfolgs. Warum aufhören, wenn alles nach Plan funktioniert? Beweisen Sie Ihrem Kind, dass bei Ihnen ein „Nein“ auch „nein“ bedeutet. Kinder müssen lernen, das zu akzeptieren. Bleiben Sie in jedem Fall konsequent. In den meisten Fällen lässt sich die Quengelei nicht einfach von einem Tag auf den anderen abstellen. Doch wenn die Eltern konsequent bleiben und Kinder lernen, dass ihr Verhalten nicht zum gewünschten Erfolg führt, wird es die Quengeleien mit der Zeit einstellen.