Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft

Das zweite Kind

Viele werdende Mütter kennen das: schmerzhafte Wadenkrämpfe in der Nacht. Sie treten gerade in den letzten Monaten der Schwangerschaft besonders häufig auf. Was ist die Ursache dafür und was kann man dagegen tun?

Ursache für die schmerzhaften Muskelkontraktionen ist in der Regel ein Mangel an Mineralstoffen. In der Schwangerschaft wird der Körper besonders stark beansprucht. Vermehrtes Schwitzen und stärkerer Harndrang führen dazu, dass wichtige Mineralstoffe direkt wieder ausgeschwemmt und so nicht vom Körper verwertet werden können. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang Magnesium, das die Freisetzung von Calcium ins Innere der Muskelzellen reguliert.

Erste Hilfe bei Wadenkrämpfen

Wenn die Schmerzen in den Waden nachts so stark sind, dass Sie davon aufwachen, sollten Sie die Muskeln dehnen. Strecken Sie dazu liegend das betroffene Bein und ziehen Sie dabei die Fußspitze an. Eine andere Möglichkeit ist es, aufzustehen und, während Sie sich mit einer Hand abstützen, den Fuß des krampfenden Beines ein Stück hinter dem anderen mit der Ferse fest aufzustellen. Lindernd wirkt auch eine Massage der schmerzenden Stelle, um die Muskeln wieder zu lockern. Alternativ können Sie auch ein wenig in der Wohnung auf- und abgehen, um die Durchblutung zu fördern.

Wadenkrämpfen vorbeugen

Um Wadenkrämpfen vorzubeugen, sollten Sie gezielt auf eine ausreichende Versorgung mit Magnesium achten. Nahrungsmittel wie Vollkornbrot, Käse, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Fenchel, Fisch, Bananen, Trockenobst, Nüsse und Milch enthalten diesen Mineralstoff. Zusätzlich können Sie, in Absprache mit Ihrem Arzt, auf magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, die in Drogerien, Apotheken oder im Einzelhandel erhältlich sind. Auch regelmäßige Bewegung hilft gegen Wadenkrämpfe. Spaziergänge, leichte Radtouren oder Schwimmen stärken die Wadenmuskulatur, fördern die Durchblutung und halten Sie nebenbei auch fit. Gönnen Sie sich eine ausgedehnte Massage und gehen Sie nach Möglichkeit viel barfuß. Auch leichte Dehnübungen vor dem Schlafengehen helfen dabei, den Wadenkrämpfen schon im Voraus entgegenzuwirken. Sobald Sie Ihre Waden beim Dehnen spüren, haben Sie es richtig gemacht.

Thrombose ausschließen

Wadenkrämpfe sind schmerzhaft, in den meisten Fällen aber harmlos. Für Schmerzen in den Waden könnte allerdings auch eine Thrombose oder eine Venenentzündung die Ursache sein, insbesondere dann, wenn nicht beide Beine betroffen sind. In der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, um das Fünffache. Um solche schwerwiegenderen Ursachen für die Schmerzen ausschließen zu können, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen; das gilt auch, wenn eine Wade oder eine Krampfader auffällig anschwillt.