Vorsorge in der Schwangerschaft

Die Zeit der Schwangerschaft ist für die werdende Mutter selbst, aber auch für das Kind von Veränderungen und Herausforderungen geprägt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen geben Sicherheit und bei Problemen kann rechtzeitig gehandelt werden.

Für Schwangere besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Vorsorge in der Schwangerschaft. Welche Untersuchungen dazu gehören, ist in den sogenannten Mutterschaftsrichtlinien genau beschrieben. Die Ergebnisse werden in Ihrem Mutterpass festgehalten. Über die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen müssen Sie sich keine Gedanken machen; sie werden von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse übernommen. Außerdem fällt keine Praxisgebühr an. Falls Sie berufstätig sind, müssen Sie für die Untersuchungen ohne Verdienstausfall von der Arbeit freigestellt werden.

Über die gesetzlich vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen hinaus gibt es noch weitere mögliche Untersuchungen, die Ihr Frauenarzt in bestimmten Fällen wie z. B. genetischer Vorbelastung empfehlen könnte. Dazu zählen z. B. der „Ersttrimester-Test“ in der 12. Schwangerschaftswoche, bei dem festgestellt wird, ob ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomen-Abweichung besteht, die Bestimmung der Immunität gegen Toxoplasmose-Erreger oder der „große Ultraschall“ im 6. Monat. Die Kosten für diese zusätzlichen Untersuchungen müssen Sie in der Regel selbst tragen, sofern die Krankenkassen sie nicht aus besonderen Gründen übernehmen. Lassen Sie sich dazu ausführlich von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme beraten. Ihr Einverständnis zu diesen zusätzlichen Untersuchungen muss schriftlich eingeholt und dokumentiert werden.

Wann finden die Vorsorgeuntersuchungen statt?

Grundsätzlich finden die Vorsorgeuntersuchungen bis zur 32. Woche der Schwangerschaft zunächst monatlich statt, dann alle 14 Tage. Insgesamt werden es am Ende mindestens zehn Vorsorgeuntersuchungen sein. Falls der errechnete Geburtstermin überschritten ist, verkürzen sich die Abstände auf zwei Tage, nach mehr als zehn Tagen Verzögerung sollten Sie sogar täglich zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Grundsätzlich können die Vorsorgeuntersuchungen durch den Frauenarzt oder die Hebamme durchgeführt werden. Allerdings gibt es einige Untersuchungen, die nur der Arzt durchführen kann, wie z. B. Laboruntersuchungen von Blut und Urin.

Was wird untersucht?

Bei den Vorsorgeterminen steht eine Vielzahl von Untersuchungen auf dem Programm. So werden regelmäßig Ihre Gewichtszunahme, Ihre Blutwerte, Ihr Blutdruck, Ihr Urin und der Zustand des Muttermundes kontrolliert und protokolliert. Anhand der Blutwerte kann z. B. festgestellt werden, ob der Eisenwert des Blutes stimmt und ob die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen gesichert ist. Ein ungewöhnlich hoher Blutdruck könnte bedeuten, dass eine Gestose vorliegt, eine schwangerschaftsbedingte Krankheit, die für Mutter und Kind gefährlich werden kann. Bei der Urinuntersuchung wird der Urin auf Entzündungen und Bakterien untersucht, um rechtzeitig auf Probleme reagieren zu können.

Drei Ultraschall-Untersuchungen

Außerdem sind normalerweise drei Untersuchungen mit Ultraschall vorgesehen: Im 3. Monat der Schwangerschaft werden Lage und Wachstum des Babys überprüft und gegebenenfalls das Datum des Geburtstermins noch einmal angepasst. Im 6. Monat wird z. B. ermittelt, ob sich das Ungeborene normal entwickelt. Auch im 8. Monat wird das Wachstum mit den Normkurven der fetalen Entwicklung verglichen und festgestellt, ob sich Herz, Gehirn und Nieren so entwickelt haben, wie es sein soll. Anhand dieses letzten Ultraschall-Screenings kann Ihr Arzt auch Größe, Gewicht und Kopfumfang des Babys bei der Geburt berechnen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Ihr Arzt über diese drei Ultraschall-Untersuchungen hinaus noch weitere vorschlägt, falls z. B. bestimmte Risiken vorliegen oder Komplikationen auftreten könnten. Bei den letzten Untersuchungen, die in zweiwöchentlichem Abstand stattfinden, richten der Arzt oder die Hebamme ein besonderes Augenmerk auf die Wehentätigkeit. Außerdem werden die Lage des Babykopfs, die Öffnung des Muttermundes und die Länge des Geburtskanals überprüft. Jetzt dauert es nicht mehr lange und das Kind ist auf der Welt. Laut Statistik kommen 97 % aller Kinder gesund zur Welt. In der Regel geben die Untersuchungen also die Sicherheit, dass alles so läuft, wie es von der Natur vorgesehen ist. Doch über die trockenen Laborwerte hinaus erleben Sie bei den Vorsorgeuntersuchungen natürlich auch unvergessliche Momente: Sie sehen Ihr Baby auf einer Ultraschallaufnahme das erste Mal und hören zum ersten Mal seinen Herzschlag.