Vorsorge bietet Sicherheit für Sie und Ihr Baby

Wohl jede werdende Mutter wünscht sich, nach einer unkomplizierten Geburt endlich ihr gesundes Kind in den Armen halten zu können. Damit sich dieser Wunsch möglichst vielen Frauen erfüllt und Risiken früh erkannt werden, hat in Deutschland jede Schwangere einen Anspruch auf kostenlose Beratung und Untersuchung. Auch der Arbeitgeber ist verpflichtet, der werdenden Mutter für die Vorsorgeuntersuchungen ohne Verdienstausfall freizugeben. 

Ausführliches Gespräch bei der ersten Vorsorgeuntersuchung

Die Vorsorgeuntersuchungen finden zu Beginn der Schwangerschaft monatlich, später alle zwei Wochen statt. Die erste Vorsorgeuntersuchung ist besonders umfangreich. Neben der körperlichen Untersuchung errechnet der Frauenarzt den Geburtstermin und klärt die Frau über die anstehenden Veränderungen auf. Außerdem stellt er der werdenden Mutter einige Fragen, wie:

  • Welche Kinderkrankheiten hatten Sie?
  • Rauchen oder trinken Sie? Wenn ja, wie viel?
  • Haben Sie einen Partner?
  • Welche Medikamente nehmen Sie?
  • Sind Sie beruflich starker Belastung oder Stress ausgesetzt?

Der Arzt will Sie damit nicht ausfragen, sondern möglichst gut auf Ihre persönlichen Lebensumstände eingehen und Ihnen gezielte Hilfe anbieten können.

Der Mutterpass als ständiger Begleiter

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung erhält die Schwangere auch einen Mutterpass. In dieses kleine Heftchen werden die Ergebnisse aller von jetzt an stattfindenden Vorsorgeuntersuchungen eingetragen. Den Mutterpass sollte die Frau immer bei sich haben. Treten Komplikationen auf, kann ein fremder Arzt mithilfe des Mutterpasses schneller handeln.

Während der Vorsorgetermine überprüft der Arzt unter anderem:

  • Gewicht: Eine schnelle Gewichtszunahme der Frau kann durch zu viel Flüssigkeit im Gewebe (Ödeme) versursacht werden.
  • Kontrolle von Armen und Beinen auf Ödeme: Starke Flüssigkeitseinlagerungen sind mögliche Hinweise auf Komplikationen (z. B. Schädigung der Nieren) und müssen behandelt werden.
  • Blutdruck: Ein ständig erhöhter Blutdruck kann ebenfalls Schwangerschaftskomplikationen hervorrufen und muss dann behandelt werden.
  • Krampfadern: Ausgeprägte Krampfadern begünstigen die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose).
  • Urin: Getestet wird u. a. auf Eiweiß, Zucker, Blut oder Anzeichen für eine Entzündung. So soll eine Schädigung der Nieren, Zuckerkrankheit oder eine Infektion früh erkannt werden.
  • Blut: Anhand des Blutbildes lässt sich eine mögliche Blutarmut oder eine Infektion feststellen.
  • Vaginale Untersuchung: Sie findet statt, um einen möglichen Befall mit Bakterien (Chlamydien) festzustellen sowie Gebärmutterhals und Muttermund beurteilen zu können.
  • Gebärmutter: Durch Abtasten des Bauches kann der Arzt im letzten Schwangerschaftsdrittel einschätzen, wie das Baby liegt und ob sich die Gebärmutter schon abgesenkt hat.

Untersuchung des Babys

Ob das Kind in Ihrem Bauch wächst und sich gut entwickelt, stellt der Arzt mithilfe der Ultraschalluntersuchung fest. Folgende drei Ultraschalltermine sind vorgesehen:

  • 9. - 12. Schwangerschaftswoche
  • 19. - 22. Schwangerschaftswoche
  • 29. - 32. Schwangerschaftswoche

Hält der Arzt es für notwendig, kann er noch weitere Ultraschalluntersuchungen durchführen, die von der Krankenversicherung bezahlt werden. Bei Komplikationen (z. B. Blutungen, vorzeitige Wehen) lässt sich das Baby außerdem mithilfe eines Wehenschreibers, dem Kardiotokogramm (CTG), überwachen.