Hausgeburt: Vor- und Nachteile einer Entbindung in den eigenen vier Wänden

Das zweite Kind

Die sterile Atmosphäre eines Krankenhauses wirkt auf viele werdende Mütter abschreckend. Sie möchten ihr Kind lieber in der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses bekommen. Was sollte man bei der Entscheidung für oder gegen eine Hausgeburt bedenken?

Die Geburt eines Kindes ist das Natürlichste auf der Welt. Da fragen sich viele Mütter, ob es richtig ist, ein Kind in der sterilen Krankenhausatmosphäre unter fremden Menschen zur Welt zu bringen oder ob eine Hausgeburt vorzuziehen sei – in Begleitung einer Hebamme, der sie vertrauen und in einer gewohnten Umgebung, in der sie sich wohlfühlen.

Hausgeburt oder Geburt im Krankenhaus?

Ob eine Geburt im Krankenhaus oder zu Hause stattfinden soll, ist eine wichtige Entscheidung. Während Befürworter betonen, dass in der Vergangenheit die Hausgeburt der Normalfall war, warnen die Gegner vor den Risiken. Solange die Schwangerschaft normal verläuft, bleibt die Entscheidung jedem selbst belassen. Ärzte und Hebammen sind dabei die besten Ratgeber. Bei Risikoschwangerschaften sollte man sich eher für eine Geburt im Krankenhaus und gegen eine Hausgeburt entscheiden. Zu solchen Risikoschwangerschaften gehören zum Beispiel Mehrlingsschwangerschaften, Schwangerschaften mit Lageabweichungen, Komplikationen aufgrund früherer Schwangerschaften und Schwangerschaften bei Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen.

Die Suche nach einer qualifizierten Hebamme für die Hausgeburt

Wer an eine Hausgeburt denkt, sollte frühzeitig mit der Suche nach einer qualifizierten und erfahrenen Hebamme beginnen. Dazu sollte man sich bereits zwischen der 12. und 20. Woche kundig machen und so genügend Zeit einräumen, um sich kennenzulernen. Je besser und vertrauensvoller das Verhältnis zwischen Mutter und Hebamme ist, desto günstiger wirkt sich dies auf die bevorstehende Geburt aus. Eine Hebamme bespricht im Vorfeld alle Aspekte der Hausgeburt mit der werdenden Mutter und, wenn dies gewünscht ist, auch mit dem Partner. Sie wird sich in der Regel auch mit der Situation vor Ort vertraut machen. Wenn der Geburtstermin dann näher rückt, wird die Hebamme jederzeit erreichbar sein, um rechtzeitig zur Stelle sein zu können.

Das Zuhause für die Hausgeburt vorbereiten

Während es in einem Krankenhaus Räumlichkeiten gibt, die ständig für bevorstehende Geburten vorbereitet sind, muss bei einer Hausgeburt alles selbst eingerichtet werden. Deshalb sollte man schon einige Zeit vor dem berechneten Geburtstermin beginnen, alles vorzubereiten und gegebenenfalls notwendige Anschaffungen zu machen.

  • Ist das Geburtszimmer so eingerichtet, dass sich die werdende Mutter bei der Geburt wohlfühlt?
  • Ist ausreichend Platz vorhanden – auch für die Personen, die bei der Geburt dabei sein sollen? Gibt es einen Ort, an dem die Hebamme ihre Sachen ablegen und vorbereiten kann?
  • Ist das Zimmer ausreichend beheizbar oder muss noch eine zusätzliche Wärmequelle ergänzt werden? - Können alle notwendigen hygienischen Maßnahmen in einem ausreichenden Maße getroffen werden?
  • Sind Handtücher, Laken, Gefäße und Waschlappen vorhanden?
  • Stehen Kleidungsstücke und Bettchen für das Neugeborene bereit?
  • Gibt es ältere Geschwister, für die eine Betreuung organisiert werden muss?
  • Und ist der Akku der Digitalkamera aufgeladen?

Das sind nur einige der Fragen, die geklärt werden müssen. Und auch für die Zeit nach der Geburt sollte gesorgt sein. In den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt ist es nicht unbedingt möglich, nötige Einkäufe und Besorgungen zu machen. Deshalb sollte schon im Vorfeld für ausreichend Lebensmittel gesorgt werden und gegebenenfalls auch für Unterstützung im Haushalt, beispielsweise durch Freunde oder Familienmitglieder. Je besser man vorbereitet ist, desto mehr kann man die erste Zeit mit dem Nachwuchs genießen.

Ist es im Notfall möglich, zeitnah ein Krankenhaus zu erreichen?

In einigen Fällen treten bei einer Hausgeburt Komplikationen auf. Für solche Notfälle sollte sichergestellt sein, dass das nächste Krankenhaus schnell kontaktierbar ist – zum Beispiel, wenn Gefahr für das Kind besteht, die Wehen zu stark werden oder es zu Nachblutungen kommt. Das Krankenhaus ist technisch natürlich besser ausgestattet als eine Hebamme. Und das gesamte Team wird alles dafür tun, die Geburt zu einem guten Ende zu bringen. Damit im Notfall alles schnell geht, kann man sich auch schon vor der Geburt mit den nötigen Daten anmelden. Laut Statistik verläuft eine Hausgeburt in den meisten Fällen unproblematisch. In ca. 15 Prozent der Fälle wird die Geburt letztendlich doch im Krankenhaus zu Ende geführt.

Eine ausführliche ärztliche Beratung

Schwangere, die an eine Hausgeburt denken, sollten sich dazu ausführlich von einem Arzt und der Hebamme beraten lassen. Sie können aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung am besten beurteilen, in welchen Fällen eine Hausgeburt möglich ist und wann eine Geburt zum Besten von Mutter und Kind eher im Krankenhaus stattfinden sollte.