Pucken: So schläft das Baby fest eingepackt

Das Pucken ist eine uralte Wickeltechnik, die schon die alten Römer kannten. Die gepuckten, "eingepackten" Babys fühlen sich wie im Mutterleib und schlafen tief und fest. familymanager gibt einige Hinweise, welche Vorteile das Pucken hat, wie es geht und was zu beachten ist.

Im Mutterleib war das Baby geborgen. Dieses Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit kann auch das Pucken erzeugen. Das Baby wird fest eingewickelt, findet leichter seine Ruhe und kann sich selbst nicht durch seine eigenen unkontrollierten Bewegungen von Armen und Beinen aufwecken (Moro-Reflex). Auch wenn es für viele Mütter auf dem ersten Blick so erscheint, als würde man das Neugeborene in eine Art von Zwangsjacke packen, fühlt sich das "Eingepucktsein" für die meisten gut an. 

Der wissenschaftliche Blick

Gepuckt wurde schon in der Antike. Das zeigen Statuen aus der griechischen und römischen Antike. Über die Jahrhunderte sollte damit gerades Wachstum gefördert werden. Heute weiß man, dass das eine falsche Annahme war. Doch es gibt andere Vorteile. Wissenschaftler haben gezeigt, dass gepuckte Kinder länger und tiefer schlafen. Einige Untersuchungen zeigen auch, dass Schreibabys damit kürzer schreien. Viele gepuckte Kinder können leichter in Rückenlage schlafen. Falls die Beine zu sehr fixiert werden, kann es allerdings zu Fehlstellungen des Hüftgelenks kommen. 

Womit soll gepuckt werden?

Sehr gut eignen sich Tücher und Decken aus Wolle oder Baumwolle in ca. den Maßen 80 x 80 cm. Im Sommer reicht im Normalfall ein dünnes Tuch aus, im Winter vielleicht eine Baumwolldecke. Unter der Decke sollte das Baby nicht zu dick gekleidet sein. Die Windel und vielleicht ein dünnes Hemdchen sollten ausreichend sein. Falls Sie fürchten, dass es zu kalt wird, legen Sie lieber noch eine zusätzliche Decke drüber. Achten Sie auf alle Fälle darauf, das Baby nicht zu warm einzuwickeln. Alternativ zu Tüchern und Decken können Sie sich auch einen speziellen "Pucksack" anschaffen, wie sie im Handel angeboten werden.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Es gibt mehr als eine Art des Puckens. Am besten lassen Sie es sich von Ihrer Hebamme zeigen. Grundsätzlich hängt vieles davon ab, wie fest Sie pucken – nicht zu fest, aber auch nicht zu locker. Hier führen wir Punkt für Punkt nur eine Möglichkeit auf.

1. Legen Sie das quadratische Tuch auf eine glatte Fläche – diagonal, also mit den Ecken links und rechts.

2. Schlagen Sie die obere Ecke zwei bis drei Handbreit nach unten ein.

3. Legen Sie das Baby so hin, dass sein Nacken am oberen Rand der jetzt eingeschlagenen Decke ruht.

4. Führen Sie die linke Seite des Tuches diagonal über die rechte Schulter des Babys und stecken Sie es unter seinem Po fest. Achten Sie dabei darauf, dass der Arm neben dem Körper liegen sollte und nicht auf der Brust.

5. Falten Sie die untere Tuchecke nach rechts oben und stecken Sie diese unter der eingewickelten Schulter fest.

6. Führen Sie die rechte Seite des Tuches diagonal über die linke Schulter des Babys und stecken Sie es wiederum unter dem Po fest.

7. Mit einem Schal auf Höhe der Unterarme können Sie die Wicklung sichern.

Grundsätzlich sollten Sie fest genug wickeln, dass das Tuch nicht verrutschen kann und sich das Baby geborgen fühlt. Natürlich sollte es sich nicht eingezwängt fühlen und noch frei atmen können. Auch ein wenig Beinfreiheit sollte gewährleistet sein.

Wann sollte Schluss mit dem Pucken sein?

Das Pucken eignet sich vor allem für die ersten drei bis fünf Lebensmonate. So hat das Baby genug Zeit, sich an die "neue Welt" zu gewöhnen und der Moro-Reflex verschwindet so langsam. Wenn Ihr Kind auch "ungepuckt" gut schläft, können Sie natürlich ohne weiteres damit aufhören. Doch Sie können den Übergang auch etwas leichter machen, indem Sie Ihr Kind immer ein wenig lockerer pucken. Grundsätzlich gilt natürlich, dass Sie es von der individuellen Entwicklung des Kindes abhängig machen sollten.

Nicht pucken, wenn …

Ganz wichtig beim Pucken ist es, einen Hitzestau zu vermeiden. Deshalb sollten Sie Ihr Baby nicht pucken, wenn es Fieber hat oder die Befürchtung besteht, dass die Temperatur steigen könnte, z.B. aufgrund einer Impfung. Auch wenn das Kind hustet, sollte man auf das Pucken verzichten, damit die Arme frei bewegt werden können.