Massagen: Was dem Baby gut tut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Für Babys ist die Haut eine der wichtigsten Möglichkeiten, um mit der Welt in Kontakt zu kommen und sie ganz und gar zu erleben. Sie lieben es, berührt zu werden. Mit einer Babymassage können Sie Ihrem Baby und sich selbst eine große Freude bereiten.
Die Babymassage ist eine alte Tradition, die in vielen Kulturkreisen zuhause ist, u. a. in Indien und Russland. Der französische Arzt Frédérick Leboyer brachte sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Westeuropa. Die Babymassage hat natürlich so gut wie nichts mit der klassischen medizinischen Massage zu tun, bei der ja kraftvoll zugepackt wird. Bei der Babymassage hingegen gibt es nichts als sanfte Berührungen.

Massagezeit für Sie und Ihr Baby

Jedes Kind ist anders. Deshalb kann man auch die Anleitung für die Massage nicht verallgemeinern. Probieren Sie das eine oder andere aus, Sie werden selbst merken, was am besten für Ihr Kind ist.
Planen Sie feste Zeiten für die Massage ein, dann kann sich das Kind darauf einstellen. Sehr gut eignet sich z. B. die Zeit vor dem Schlafengehen, da die Massage u. a. auch beruhigend wirkt. Wie viel Zeit Sie einplanen müssen, hängt natürlich von Ihrem Baby ab. Zehn bis fünfzehn Minuten sind in der Regel genug. Sorgen Sie für eine ausreichend hohe Raumtemperatur. Der kleine Körper kann noch nicht viel Wärme speichern und kühlt schnell aus. Auch das Massageöl sollte leicht erwärmt werden. Testen Sie am besten auf Ihrer eigenen Hand aus, ob es warm genug ist. Nur wenn die Temperaturen des Raums und des Öls richtig sind, kann sich auch das Baby entspannen.

Welches Öl ist das richtige?

Für Babymassagen sollte man nur Basisöle verwenden, also rein pflanzliche, kaltgepresste Öle. Mandelöl eignet sich hervorragend für die zarte Babyhaut. Einerseits dringt es tief in die Haut ein, andererseits erzeugt es einen feinen Film, der die Massage erleichtert. Olivenöl erzeugt ein besonders weiches Hautgefühl. In der klassischen indischen Babymassage wird mit Sesamöl gearbeitet. Außerdem können Sie z. B. mit Hanföl, Jojobaöl und Nachtkerzenöl massieren. Nach der Massage können Sie das Baby in einem Bad ohne Zusätze baden und damit die Wirkungen der Massage vertiefen.

Von oben nach unten massieren

Sehr zu empfehlen ist der Besuch eines Kurses für Babymassagen, den Hebammen und Kinderschwestern mit der entsprechenden Qualifikation sicherlich auch in Ihrer Nähe anbieten. Für Babymassagen gibt es verschiedene Techniken, die sich z. B. in der Reihenfolge unterscheiden, in der die Körperteile massiert werden. Hier möchten wir nur eine sehr allgemeine Anleitung für eine Babymassage geben:
Beginnen Sie mit der Massage am Kopf und arbeiten Sie sich ruhig nach unten vor.
Streichen Sie mit Ihren Händen sanft mehrmals über das ganze Gesicht, erst vom Nasenrücken zu den Wangen, dann von der Stirnmitte zu den Schläfen.
Lassen Sie dann Ihre Hand mehrmals diagonal von der Schulter über Brust und Bauch bis zum gegenüberliegenden Bein gleiten, jeweils im Wechsel von der rechten und linken Schulter aus. Massieren Sie dann sanft den Bauch im Uhrzeigersinn.
Drehen Sie das Baby auf den Bauch und streichen Sie erst beidhändig sanft über den Rücken und dann vom Nacken aus über Rücken und Beine bis zu den Füßen.
Jetzt kommen Sie so langsam zu den äußeren Gliedmaßen. Streichen Sie von den Schultern sanft die Arme herab, im Wechsel ein paar Mal links und rechts. Das gleiche tun Sie mit den Beinen – von der Hüfte sanft bis zu den Füßen streichen. Nehmen Sie dann die Füßchen in die Hand und massieren Sie vorsichtig kreisend erst die linke, dann die rechte Fußsohle mit Ihrem Daumen. Danach können Sie jede Zehe einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger ausstreichen. Die Babymassage endet schließlich mit den Händen, deren Handflächen Sie zuerst kreisend mit Ihrem Daumen massieren, um schließlich – wie schon die Zehen – die Finger einzeln zwischen Daumen und Fingern auszustreichen.

Die Vorteile für das Baby

Eine Babymassage kann die Verdauungskraft Ihres Kindes stärken und Blähungen und Koliken vorbeugen. Haut und Muskulatur werden besser durchblutet. Über die Reflexzonen an Händen und Füßen kann positiv auf Stoffwechselvorgänge eingewirkt werden. Die Bildung von Myelin fördert die Reifung des Nervensystems. Das Baby wird sich seines Körpers bewusster und verbessert damit sein Körpergefühl. Nicht zuletzt schläft es nach einer sanften Massage einfach besser und wacht erholter wieder auf.
Und natürlich ist die Zeit der Massage auch ein Wohlklang in Ihrem eigenen Leben. Sie verbringen ganz bewusst wertvolle Zeit mit Ihrem Kind und intensivieren den Kontakt mit den sanften Berührungen, sie kommunizieren ohne Worte.