Die richtige Nahrung für Ihr Baby auswählen

Bei Kindern spielt die richtige Ernährung besonders in den ersten zwölf Lebensmonaten eine entscheidende Rolle. Sie legt den Grundstein für eine gesunde Entwicklung der Kleinen. In den ersten sechs Monaten ist für einen Säugling die Ernährung durch Stillen das Beste. Das Baby verträgt die Muttermilch dank ihrer perfekten Zusammensetzung besonders gut. Die Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem der Kleinen, beugen Entzündungen vor und wirken gegen Bakterien. Die Ernährung durch Muttermilch fördert die optimale Entwicklung des Neugeborenen.

Schon ein halbes Jahr Alt – entscheiden Sie sich für Beikost

Etwa im Alter von einem halben Jahr reicht die Ernährung allein durch Muttermilch nicht mehr aus. Das Baby wird an die sogenannte Beikost gewöhnt. Dabei handelt es sich um sämtliche Nahrungsmittel für Babys, abgesehen von Muttermilch und künstlicher Säuglingsmilch. Einen speziellen Zeitpunkt für die Umstellung auf Babybrei gibt es nicht. Das sollten Eltern ganz individuell nach dem Entwicklungsstand ihres Säuglings entscheiden. Manche Babys signalisieren Mama und Papa ganz deutlich ihr Interesse an anderen Nahrungsmitteln.

Welche Lebensmittel sind als Beikost zu empfehlen?

Für eine gesunde Entwicklung spielt die Zusammensetzung der Beikost eine wesentliche Rolle. Hierfür benötigen Eltern nur wenige, gehaltvolle Lebensmittel. Es ist zudem wichtig, die einzelnen Mahlzeiten gut aufeinander abzustimmen. Je mehr Stillmahlzeiten durch Brei ersetzt werden, desto wichtiger ist es, dass das Baby ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Spätestens nach Einführung der dritten Beikostmahlzeit sollte der Säugling zusätzlich Wasser oder ungesüßte Tees trinken. Es ist ratsam, in den ersten zwölf Lebensmonaten auf die im Handel erhältlichen Trinkmilchprodukte zu verzichten. Diese könnten sich negativ auf die Eisenaufnahme des Babys auswirken. Gerade zu Beginn der Ernährungsumstellung des Babys auf Säuglingsnahrung kann es zu Problemen kommen. Der Verdauungstrakt der Kleinen ist noch nicht voll ausgereift, was zu Blähungen, Bauchweh, Durchfall oder Verstopfung führen kann. Oftmals nehmen die Kleinen den Brei zu schnell auf oder schlucken beim Essen zu viel Luft. Eltern sollten bei der Ernährung ihres Babys unbedingt auf die Hygiene achten. Denn der Körper eines Säuglings kann in seinem bislang kurzen Leben noch nicht genügend eigene Abwehrstoffe bilden.

Die langsame Umstellung von Muttermilch auf Babynahrung

Im Alter von sechs Monaten ändern sich bei normal entwickelten Babys die Ernährungsbedürfnisse. Das Stillen allein reicht dann nicht mehr aus. Der Säugling benötigt beispielsweise größere Mengen an Spurenelementen wie Eisen oder Zink. Das Baby sollte den ersten Brei erst ab dem fünften Monat, spätestens aber zu Beginn des siebten Monats bekommen. Die Ernährung des Babys muss sehr behutsam auf Breimahlzeiten umgestellt werden.

Der erste Brei: Welche Zutaten eignen sich?

Der erste Brei besteht aus nur einer Gemüse- oder wahlweise Obstsorte. Wird diese Mahlzeit von dem Säugling über einen Zeitraum von fünf bis sechs Tagen gut vertragen, können Eltern Kartoffeln und anschließend fein püriertes Fleisch untermischen. Die Mittagsmilchmahlzeit wird als Erstes durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ersetzt. Im Anschluss bekommt das Baby abends einen Getreide-Milch-Brei. Werden beide Beikostmahlzeiten vom Säugling gut angenommen, erhält das Kind am Nachmittag einen Getreide-Obst-Brei. Die Ernährung des Babys sollte schrittweise umgestellt werden. Führen Sie die Kleinen langsam und möglichst schonend an viele verschiedene Lebensmittel heran. Mama und Papa brauchen sich keine Sorgen machen, wenn das Baby anfangs die Beikost verweigert. Es muss sich erst an die Nahrungsaufnahme mit dem Löffel gewöhnen.

Frische Lebensmittel sind gut verträglich

Sechster bis siebter Lebensmonat:

Bei der Ernährung des Babys ist Frische das oberste Gebot. Vom sechsten bis zum vollendeten siebten Lebensmonat verträgt der Säugling Karotten, Kürbis und Kartoffeln am besten. Auch Zucchini, Apfel oder Banane dürfen auf der Speisekarte der Kleinen stehen. Bei Fleisch ist Rind oder Geflügel eine gute Wahl, da sie wenig Fett enthalten. Zur besseren Verträglichkeit der Beikost empfiehlt es sich, in jeder Mahlzeit einen Esslöffel hochwertiges Keimöl unterzurühren.

Ab dem siebten Monat:

Zwischen vollendetem siebten und dem neunten Monat darf der Säugling auch Brokkoli, Fenchel oder Blumenkohl essen. Spinat, Kohlrabi und Lammfleisch ergänzen die Ernährung des Babys.

Beikost für den zehnten Lebensmonat:

Ab dem zehnten Monat darf der Säugling seine erste Scheibe weiches Brot essen. Allerdings ist es ratsam, vorerst auf glutenhaltige Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen zu verzichten. Das minimiert das Risiko einer späteren Unverträglichkeit.

Ansichtssache: Fertig-Gläschen oder selber kochen?

Breimahlzeiten aus dem Gläschen sparen Zeit und sind äußerst praktisch. In Deutschland gelten besonders strenge gesetzliche Vorschriften im Hinblick auf die Herstellung von Säuglingsnahrung. Somit ist Fertig-Beikost keim- und rückstandsfreier als ein selbstgekochter Brei. Außerdem sind die gekauften Babybreie extrem fein püriert, was die Nahrungsumstellung zusätzlich etwas erleichtert. Dennoch schneiden einige Fertiggläschen in den Tests von Stiftung Warentest und ÖKO-Test immer wieder nur mittelmäßig ab. So wird der unzulängliche Fleischgehalt im Gemüse-Fleisch-Brei bemängelt. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung rät bei einem Alter von einem halben Jahr zu einer Fleischaufnahme von 20 Gramm pro Tag. In den Fertiggläschen waren jedoch durchschnittlich lediglich 12 Gramm enthalten. Somit ist eine optimale Versorgung mit Zink, Eisen sowie Vitamin A und B nicht gewährleistet.

Die kommerziellen Obst-Getreide-Breie beinhalten nicht ausreichend Getreide. Darüber hinaus enthält Fertigbeikost eine Reihe überflüssiger Zutaten. Größere Mengen Zucker, Obstpulver und Emulgatoren oder Molke sind für eine gesunde Ernährung von Babys nicht erforderlich.

Welche Breie kann ich besser selbst zubereiten?

Experten raten dazu, die Milch-Getreide-Beikost und den Getreide-Obst-Brei selbst zuzubereiten. Dabei ist es ratsam, Bioware zu verwenden. Allerdings ist das keine Garantie für nitratfreie Kost. Oftmals ist der Stoff im Boden vorhanden, obwohl der Biobauer keine künstlichen Düngemittel nutzt. Um die gesunde Ernährung des Babys sicherzustellen, sollten sich Eltern das Etikett auf den Fertiggläschen sehr genau ansehen. In fleischhaltiger Beikost hat Milch nichts zu suchen. Rind- und Lammfleisch ist generell Schwein oder Geflügel vorzuziehen. Damit das Baby Eisen besser aufnehmen kann, mischen Mama und Papa drei oder vier Teelöffel Vitamin-C-haltiges Obstmus oder Saft unter den Brei. Ausgiebiges Würzen der Beikost ist nicht notwendig. Für die richtige Ernährung gilt der Grundsatz: je einfacher, desto bekömmlicher.