Becherweise: So lernen Babys trinken

In den ersten Lebensmonaten Ihres Babys steht Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung auf dem Menü. Das Trinken mit der Saugerflasche beruhigt das Kind und schont oft genug auch Ihre Nerven. Doch zwischen dem 10. und 12. Monat können Sie langsam damit beginnen, Ihr Kind an das Trinken aus dem Glas zu gewöhnen.
Die ersten Schlucke aus der eigenen Tasse sind für das Baby eine wahre Herausforderung. Kein Wunder! Da kommen auch viele Dinge zusammen, die alle gleichzeitig beherrscht werden müssen. Wie kann man ohne Saugen trinken? Warum kommt nichts, wenn man einfach nur den Mund an den Rand hält? In welchem Winkel muss der Becher gekippt werden? Warum muss der Becher immer höher gehalten werden? Und warum landet am Anfang so viel daneben und nicht im Babymund? Es dauert ein bisschen, bis die Feinmotorik auf so komplette Abläufe abgestimmt ist. Und weil noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, müssen Sie eben ein bisschen Geduld haben. 

Spielerische Herangehensweise

Sie können damit beginnen, Ihrem Baby eine leere Plastiktasse in die Hand geben. So kann es sich langsam an die Form gewöhnen. Die richtige Form. Wählen Sie fürs erste einen Kunststoffbecher mit abgerundetem Rand (vielleicht die Verschlusskappe des Fläschchens?). Alternativ eine Tasse mit dickem Rand. Auf keinen Fall dünnwandige Gläser, da hier die Verletzungsgefahr zu groß ist. Die Gefäße sollten eher kleiner sein, damit Ihr Kind sie besser im Griff hat und auch noch bei einem tiefen Schluck die Umgebung im Auge behalten kann.

Durchblick behalten

Achten Sie darauf, dass man den Flüssigkeitsspiegel sehen kann, damit sich Ihr Kind später beim Trinken mit seinem Bewegungen darauf einstellen kann.
Auf dem Schoß. Setzen Sie Ihr Baby aufrecht vor sich auf den Schoß. Anfänglich können Sie ihm helfen, den Becher bis zum Mund zu führen, bis die Lippen gerade so das Wasser erreichen. So ist das Baby gezwungen, erst einmal nur kleine Schlücke zu sich zu nehmen, es kann sich nicht verschlucken.
Weniger ist mehr. Füllen Sie gerade am Anfang den Becher nicht bis obenhin. Ca. ein Drittel reicht völlig aus. Das erleichtert dem Kind die ersten Schluck und Sie haben die Sicherheit, dass nicht so viel Flüssigkeit danebengehen kann. Zeigen Sie ihm immer wieder, wie es geht, und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn geschlabbert wird.
Fließender Übergang. Schwenken Sie nicht von einem Tag auf den anderen komplett vom Fläschchen auf Becher bzw. Tasse um. Lassen Sie Ihr Baby einfach ein paar Schluck aus dem Becher trinken, bevor Sie es anlegen oder ihm die Saugerflasche reichen.
Trinklern-Becher oder Trinktülle? Damit das Kind besser zupacken kann, haben Trinklern-Becher links und rechts einen Griff. Einige Kinder lernen damit leichter trinken. Probieren Sie es einfach aus. Vom Trinken aus der Schnabeltasse, als Becher "mit Trinktülle", raten die meisten Zahnärzte ab. Hier wird der Sauger des Fläschchens einfach durch die Tülle ersetzt. Und das hat auf Dauer dieselben Nachteile wie der Sauger: Kariesgefahr und Kieferfehlstellungen.

Vorteile für die Gesundheit

Die Geduld lohnt sich. Viele Gesundheitsexperten sind sich einig, dass das Saugen "über die Zeit hinaus" verheerende Folgen für Zähne und Kiefer haben kann. Gerade zuckerhaltige Getränke ziehen die ersten Zähne in Mitleidenschaft und können zu Karies führen. Gerade bei den vorderen Schneidezähnen, zu denen der schützende Speichel durch das Saugen erst gar nicht gelangen kann.