Betreuung für Kinder – welche Möglichkeiten gibt es?

Betreuung für Kinder

Die Betreuung von Kindern und Säuglingen ist für viele Familien zu einem wichtigen Thema geworden. Während sie früher innerhalb der Großfamilie und meist von den Großeltern übernommen wurde, stehen diese Möglichkeiten heute nicht mehr allen Familien zur Verfügung. Ein Hauptgrund für diese Entwicklung liegt darin, dass viele Familien in großer räumlicher Distanz zueinander leben, weil es beispielsweise die Arbeitssituation so erfordert. Familien müssen sich heute also Alternativen für die Betreuung ihrer Kinder suchen. Dies gilt vor allem dann, wenn beide Elternteile nach der Geburt eines Kindes schnell wieder arbeiten möchten oder müssen. Schließlich ist die Zeit, in der ein Elternteil für die Erziehung eines Kindes staatliche Unterstützung erhält, begrenzt.

Ein Beispiel hierfür ist das Mutterschutzgesetz. Es regelt, dass Mütter während und nach der Schwangerschaft besonderen Schutz genießen. Nach der Geburt gilt dies für eine Frist von 14 Wochen. Darüber hinaus gibt es in Deutschland die sogenannte Elternzeit. Diese regelt die unbezahlte Freistellung vom Arbeitsplatz, maximal bis Kinder das dritte Lebensjahr vollendet haben. Zudem gibt es seit 2007 die Möglichkeit, Elterngeld zu beantragen. Bis zu 14 Monate lang bekommen Eltern unter bestimmten Voraussetzungen eine Transferzahlung vom Staat. Doch nicht immer reichen diese Mittel auch tatsächlich aus.

Betreuung von Kindern: private Angebote

Da die Zahl der Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder ins Arbeitsleben einsteigen, in den letzten Jahren rasant angestiegen ist, hat auch die Angebotsvielfalt für die Betreuung von Kindern zugenommen. Mussten Kinder in früheren Jahrzehnten ein bestimmtes Mindestalter erreichen, um ein Betreuungsangebot wahrnehmen zu können, gibt es heute bereits Betreuungsmöglichkeiten für Säuglinge. Wer sein Baby in einer privaten Umgebung betreuen lassen möchte, kann sich für die Betreuung des Kindes durch eine Tagesmutter oder einen Tagesvater entscheiden, die/der meist mehrere Kinder gemeinsam betreut. Die Gruppen sind in der Regel kleiner als im Kindergarten. Viele Tagesmütter oder Tagesväter, die mittlerweile über ein Zertifikat vom Jugendamt verfügen müssen, um ihre Tätigkeit offiziell ausüben zu können, bieten die Betreuung der Kinder in ihrer eigenen Wohnung an. Hier fällt den Kindern die Gewöhnung an die neue Umgebung leichter, da die Betreuungssituation dem Familienleben zu Hause am nächsten kommt. Die Kosten für einen solchen Betreuungsplatz, der auch altersgerechte Mahlzeiten einschließt, liegen bei durchschnittlich etwa 5,50 Euro pro Betreuungsstunde. Eine weitere Möglichkeit der privaten Betreuung Ihres Kindes ist ein Au-Pair, das das Kind in Ihrem Zuhause betreut. Vermittelt werden Au-Pairs, die meist für einen Zeitraum von einem Jahr in den Familien bleiben, von Agenturen. Die Kosten für eine solche Betreuung liegen zwischen 150 und 200 Euro monatlich, plus Kost und Logis.

Betreuung von Kindern: öffentliche Angebote

Wer weder auf eine Tagesmutter noch auf ein Au-Pair zurückgreifen möchte, für den bietet der Staat verschiedene Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Allerdings ist es hier gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Denn die Einrichtungen für die Kinderbetreuung werden regional mit unterschiedlichen Begriffen bezeichnet, was es schwer macht, beispielsweise zwischen Kindergarten, Kindertagesstätte oder Kinderhort zu unterscheiden. Ein Beispiel für ein öffentliches Angebot der Kinderbetreuung sind Kinderkrippen. Die Betreuung der Kinder beginnt hier im Säuglingsalter ab etwa 10 Wochen und dauert in der Regel bis zu einem Alter von 3 Jahren. Allerdings sind die reinen Krippenplätze in Deutschland immer noch sehr knapp, sodass man sich frühzeitig um einen Platz bewerben sollte. Die Betreuung der Kinder in der Kinderkrippe schließt altersgerechte Mahlzeiten ebenso wie pädagogische Aktivitäten, Frühförderung und den täglichen Mittagsschlaf mit ein. Manche Kinderkrippen bieten Müttern die Möglichkeit, ihren Säugling weiterhin zu stillen.

Auch Kindertagesstätten bieten die Betreuung von Kindern außerhalb der eigenen Familie an. Während Kinder für die Aufnahme in einen reinen Kindergarten in Deutschland mindestens das dritte Lebensjahr vollendet haben müssen, haben viele Kindertagesstätten wegen des großen Bedarfs mittlerweile auch Gruppen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren eingerichtet. Diese sogenannten U3-Gruppen sind in der Regel kleiner als die regulären Gruppen. Hier werden eigens für die Betreuung von Säuglingen entwickelte pädagogische Konzepte umgesetzt. Allerdings ist auch hier – ähnlich wie bei vielen anderen Betreuungseinrichtungen – die Nachfrage deutlich höher als das Angebot, sodass sich Eltern möglichst frühzeitig um einen Betreuungsplatz für ihr Kind bemühen sollten. Die Kosten für einen Platz variieren stark und richten sich unter anderem danach, wie viele Stunden das Kind in der Tagesstätte betreut wird oder ob noch Geschwisterkinder die gleiche Kindertagesstätte besuchen. Auch das Einkommen der Eltern spielt hier eine Rolle. Obwohl sich vor allem in den letzten Jahren viel getan hat, ist die Betreuung der Kinder immer noch ein schwieriges Thema für Familien. Über die Kinderbetreuung sollten sich werdende Eltern also bereits frühzeitig Gedanken machen.